Ich persönlich bin eher skeptisch, was das Üben wie vor 100 Jahren oder noch weiter zurück angeht (egal ob Koryu, CMA oder eine andere Kunst/Sportart).
Aus vielen Gründen; die natürliche Entwicklung und Veränderung scheint mir doch eher der natürliche Lauf der Dinge. Kann sein dass es Anteile gibt, die immer noch gleich oder sehr ähnlich sind - aber ich denke was genau, müsste wirklich einzeln gesucht und benannt werden.
Aber auch von der natürlichen Entwicklung und Veränderung einer Praxis durch die Praxis mal abgesehen, es ändern sich Lebensgewohnheiten, Essgewohnheiten, die ganze Gesellschaft drumherum. Es ist schlicht und einfach nicht mehr möglich so zu Leben wie vor hundert oder dreihundert Jahren, daher kann man höchstens kurzzeitig und annäherungsweise in diese Zeit emulieren.
Eigentlich gibt es da nur die klassischen zwei Optionen: entweder die Praxis ändert sich mit, oder man hat irgendwann eine erstarrte Praxis in einer veränderten Gesellschaft.
Hatte damals Ethnologie im Nebenfach. Dabei dachte man ja anfangs, die "primitiven" Stämme oder Gesellschaften würden so eine Art Urzustand der Gemeinschaft wiederspiegeln. Aber mitnichten. Nach und nach hat man herausgefunden, dass es a) auch da (z. B. im Brauchtum) massive Veränderungen gab und b) andererseits der Sinn von vielen Dingen von keinem Mitglied mehr erklärt werden konnte.