
Zitat von
Nick_Nick
Ich meine mit „zentrumsbasiert“ ganz banal, dass der Fokus nicht auf dem Hikite-Arm liegen darf, sondern in der Beckenbewegung, und das Becken auch nicht mittig rotierend. Den Gyaku Zuki führe ich genauso aus wie du.
Es gibt da verschiedene Formen. In anderen Stilen (z.B. Shorin Ryu) wird auf dem Ballen rotiert und der Fuß nach hinten gestreckt. Da erfolgt dann die Drehung automatisch mittiger als in der Ausführung wie wir sie im Shotokan machen.
Was den Fokus betrifft, so lehrt Motobu Choki bspw. in seinem Buch My Art and Skill of Karate (Hrsg. Andreas Quast) , unter „Explanation: How to strike the makiwara“:
When pulling back (the other hand), pull your elbow back as far as possible and with plenty of power.
And, the amount of power used is 80% when thrusting, and 100% when pulling back.
Nimm beispielhaft die Shotokan-Beckenbewegung bei Ausführen eines Gedan Barai. Da wird wie ich es im Regelfall sehe die Hüfte auf der Blockseite extrem nach vorn geschoben.
Das ist eine falsche Wettkampfform.
Nun wird das Vorschieben kürzer und kürzer und kürzer. Dafür kommt insb. das hintere Bein mehr bzw. anders ins Spiel. Am Ende ist die Körperarbeit im Grunde dieselbe wie bei der großen Ausführung. Eine Hüfte ist Drehpunkt, eine Hüfte geht nach vorn. Nur nicht sichtbar von außen.
Das würde ich als eine ebenso falsche Form bewerten, die verfeinert aus obiger folgt. In einer fortgeschrittenen Form drehe ich eher mittig und beuge das hintere Bein leicht, so dass der Stand eher zu Fudo Dachi wird. (Im Shorin Ryu wird da z.B. Shiko Dachi draus.)
„Grau teurer Freund, ist alle Theorie. Und grün des Lebens goldner Baum.“