Zitat Zitat von Cam67;3932383[QUOTE
Ich will damit sagen . Die Prinzipien , auch im ing ung, sind in meinen Augen nicht das Problem , sondern das Technik und Bewegungsrepertoir was man daraus ableitet , dem man sich dann unterstellt und damit sich selbst limitiert. Also wie man dann letztendlich ein Prinzip physisch umsetzt. Dort entscheidet sich ob man dann durch Folgen eines Prinzips nur noch nach Schemata agiert oder ob ein Prinzip einen Rahmen bildet innerhalb dessen man ziemlich frei agieren kann.
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Danke für deine 2 ausführlichen Posts!!

Möchte echt mal wissen, er sich überhaupt solche Gedanken macht ....
Mir gehts tatsächlich um dieses Repertiore.

Vielleicht fange ich etwas weiter von vorne an: Ja, ich habe Sparringserfahrung. Solange ich mich auf das Repertoire des WT dabei (gezwungenermaßen) beschränkt habe, geriet ich immerbei wesentlich schwereren Partnern in eine Stresssituation, sobald beide in einem, sagen wir "Druck-Patt" verfallen sind (beide haben Kontakt, wer zuerst auflöst ist der Ar%&/) Kennt man vielleicht. Klar kann man jetzt mit mehr Kraft arbeiten in solch einer - ich nenne sie- Clinch- Situation. Ja, habe ich auch gemacht, und bin irgendwie glimpflich rausgekommen meistens, jedoch mit einem unfassbaren Aufwand. Solch eine Situation kann immer passieren, sobald man auf Druck mit Gegendruck reagiert (weil der Körper keine andere Lösung aktuell hergibt). Doch was passiert dann? Es wird gezerrt und getan, bei 30 kg Gewichtsunterschied. Wahnsinn, da was Sinnvolles bei Untergewicht noch rauszuzaubern, klar. Aber auch vollkommen unbefriedigend. Bei meiner letzten AKtion in diesem Stil habe ich mir einen Halswirbel ausgerenkt. Eban weil ich mich darauf eingelassen habe und quasi zusehen konnte, wie sich die Situation dahingehend entwickelt. ... Ok, nun kann man grabbeln etc... doch wo ist die Grenze? Ehrlich... Wir alle wollen doch SV betreiben. Also nach meinemVerständnis nicht in das Kräftemessen oder anders gesagt in einen relativ hohen Vergleichsdruck hinein geraten. Kannst du soweit zustimmen?
Nun kann man sagen: Das ist halt so, man kommt in solche Situationen, nur: ernsthaft: was bringt das einem körperlich heftig unterlegenen? - Sich nochmal voll reinbegeben und weiter grabbeln? Ja, das kann immer passieren, bloß wenn man nur im Training insolche Situationen kommt - alternativlos- dann beginnt man an dem, was man tut, schon zu zweifeln. Und warum: Weil das "System" das man in dem Fall anwendet, keine Lösung kennt. Und damit kennt auch der Körper keine Lösung für solche Situationen außer halt rumrangeln und da irgendwie rauskommen. ABER bereits in der Trainingssituation mit erheblichem Stress verbunden.
Ich sags frei raus: Das gefällt mir nicht, wenn das zum System gehört und es keine Lösung gibt, mit der man sich sicher fühlt. Egal, ob das real mal passieren kann oder nicht: Im Training MUSS es dafür Lösungen geben.

Nun kommen wir zum Punkt des Bewegungsrepertoires:
Klar: Wenn ich Bong/ Tan/ Jam/Kao etc intus habe und gelernthabe, auf "stärkere Drücke" zu reagieren - und zwar wie ein Roboter der der 4-5 Gelenke hat (wie halt in den Formen und im CS) DANN hat man ein richtiges Problem bei engen Situationen...

Meine Lösung besteht darin, grundsätzlich wesentlich mehr Bewegungsoptionen zuhaben, die man wahrscheinlich überhaupt nicht auf dem Schirm hat körperlich, um eben NICHT in solche Situationen zu kommen, oder sogarsolche Situationen, in die man gezielt will (im Angesicht dessen, dass der Aggressor 10 mal weniger Gelenke nutzt), um da effiziente Angriffe setzen zu können, die außerhalb des Erfahrungshorizonts jeglichen Angreifers sind.

Es geht also nicht darum, im Clinch nicht mehr schlagen zu können, sondern darum, im versuchten Clinch durch entsprechendes Training (auch des Trainings der körperlichen Möglichkeiten/ Beweglichkeit) sehr wohl Treffer zu erzielen, die vorteilhaft sind.

Kurz gesagt, geht es mir aus voller Überzeugung darum, mehr aus dem Körper an potentiellen Bewegungen rauszuholen als man das aus KKs kennt (sogar Tai Chi) Denn dann hat man auf einmal viel mehr Möglichkeiten, Prinzipien anzuwenden, zum Beispiel freie Wege zum Angriff zu nutzen, als einem System xyz als Technik anbieten. Denn wenn ich viel mehr Gelenke selbstverständlich nutzen kann und das (Voraussetzung!) destruktiv auch nutzen kann, habe ich viel mehr Optionen als erahnt.
Habe ich diese Bewegungsmöglichkeiten nicht. MUSS ich auf Physis setzen und bin in dem Moment der Physis des Gegners, der im Grunde das selbe Repertoire hat wie ich, ausgesetzt.
Habe ich aber mehr Optionen, weil ich mich dahingehend ausbilde, dann kann ich Dinge tun (sehr schnell auch und verletzend), die der andere nicht tun kann.
Alles andere (Mindset, Angst überwinden, etc pp) bleibt natürlich gleich.