
Zitat von
Cam67
Interessante Sicht .
A) Der "Verteidiger" ist doch nie ein Verteidiger im verteidigenden Sinn. . Das ist doch das Konzept dahinter . Er verteidigt in dem er konsequent angreift. Was im übrigen das Grundproblem darstellt , wenn beide dann aufeinander prallen und es zu Clinchsituationen genau DESWEGEN kommt . DAS ist übrigen auch schon im Training passiert und zwar AUCH mit/gegen Lehrer , die dann im Clinch gebunden waren und keine Chisao-Lösung mehr fanden.
B) Ab wann ist etwas ein Schemata und ab wann ein prinzipielles Vorgehen (sowohl taktisch als auch auf Kräfte und Linien bezogen) , das aber frei von schematischen Abläufen ist ? Oder,...was verstehst du unter Schemata?
A. Zu Clinchsituationen kommt es, wenn dem Körper keine andere Lösung einfällt. In meinem Verständnis DARF es nicht zu solchen Situationen kommen. Oder anders, solche Situationen sind Impulsgeber dafür, was zu verbessern ist. Die meiste Ursache dafür ist, sich auf ein Kräftespiel eingelassen zu haben ab einem bestimmten (meist sehr früh) beginnendem Punkt. Das ist quasi das Ziel: Welches Gelenk, welche unbewusste Handlungsweise, die aus aktuellem Unvermögen besteht (meist struktureler Art) führte dazu, dass nun ein Clinch entstanden ist, den keiner will.
B. Ein Schemata muss zwangläufig entstehen, wenn der Körper noch nicht über unbegrenzte Lösungsmöglichkeiten verfügt, meistens bedingt durch ein Gewahrsein dessen, was er könnte, wenn es esfühlen und auch strukturell tun könnte. Ein prinzipielles Handeln erfordert ein Prinzip, dass alle Möglichkeiten einfließen lässt, also auch solche, die (noch) nicht abrufbar sind. Ein Prinzip, welches auf aktuell mögliche abrufbare Handlungsmöglichkeiten beruht, wie z.B. das der "Kettenfauststöße", welches voraussetzt, dass man einen Arm zurückziehen muss, mangels anderer Möglchkeiten, um mit dem anderen Arm angreifen zu können, ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist sehr gut, weil es überhaupt Handlungsmöglichkeiten beschert. Es muss jedoch in Kauf nehmen, dass auf viele andere Möglichkeiten aktuell verzichtet werden muss. Eine Kette von Angriffen ist eine vorzügliche Idee, die jedoch der Erweiterung bedarf als das, was Systeme wie wing chun vorgeben. So meine derzeitige Erkenntnis.
Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.