@Rene....
Letztlich hast du geschrieben, dass du die "erzieherische Gewalt" zum Zeitpunkt deines Trainings für dich beanspruchst und damit dann diese Reaktionen ausgelöst. Nur mal so zur Erinnerung... egal...
Zum Thema:
Ich hatte bereits mehrmals erwähnt, dass wir in unserem Verein, der seit ca. 15 Jahren besteht, nicht ein einziges Mal derartige Probleme mit Eltern hatten. Bei uns können die Eltern zuschauen und dies entweder oben auf der Tribüne, als auch unten direkt im Trainingsraum. 99% der Eltern bleiben dem Training fern, kaufen ein und kommen nur zum Ende des Trainings.
Wenn allerdings bei uns Eltern durch z. B. zu Laute Zwischenrufe stören würden und zwar so, dass unser Training dadurch negativ beeinträchtigt wird, könnte ich mir folgende Variante vorstellen: Ich würde den Kindern eine umfangreiche Aufgabe geben, weil die sollen ja nicht weiter darunter leiden. Dann würde ich mich sofort mit den Eltern zusammen setzen. Ich würde allen anwesenden Eltern verdeutlichen, dass ein Training nicht möglich ist und ich das Training so auch insgesamt abbrechen müsste. Die meisten Eltern - so wie ich sie enschätze - würden das verstehen und ihr Verhalten danach einrichten. Allerdings würde ich - zwecks Unterschtreichung der Ernsthaftigkeit meiner Aussagen - durchaus auch mal ein Training so, wie ich das angekündigt habe, abbrechen... je nach Situation natürlich
Sollte ein Elternteil uneinsichtig sein und verlangen, dass es Zugriff auf ihr Kind hat, würde ich diesem Elternteil anbieten, in diesem Fall einfach mitzutrainieren. Dann wäre es einerseits nah bei dem eigenen Kind und könnte andererseits Rückschlüsse ziehen, dass die Anforderungen im Training, die das Kind bewältigt, nicht so einfach sind, wie sie aussehen.
Als letztes Mittel - und das betone ich - wäre ein Ausschluss der Eltern, dann allerdings konsequenter Weise mit Kind - angebracht. Damit wären wir dann am Ende der Eskallationskette angelangt.
Wie gesagt: Dies ist eine rein hypothetische Beantwortung der Frage, wir hatten so etwas bei uns nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass zwischen den o. g. Stufen noch andere Interventionen möglich sind, die dann allerdings aus der Situation heraus entstehen müssten/würden.
Jetzt weiß ich nicht genau, ob ich nun deine Frage damit beantwortet habe aber glaube, dass wir uns daran entlanghangeln könnten.
In meinem Beruf habe ich mit sehr vielen schwierigen Eltern zu tun (eigentlich nur) und weiß, dass es bei schwierigen Eltern eben entsprechend auch schwierig ist, mit ihnen "vernünftig" umzugehen. Ich habe das allerdings gelernt und habe da wohl einige Vorteile. Letztlich gilt es, die Masse der anderen Kinder in Ruhe weitertrainieren zu lassen und die Stimmung nicht zu versauen. Kinder sind sehr empfindlich für schlechte Stimmungen... daher bin ich als Trainer eben auch Vorbild und gehe vor den Augen der Kinder mit deren Eltern immer und grundsätzlich wertschätzend um. Ein Rausschmiss würde für mich eben weniger wertschätzend sein. Daher nur die letzte Maßnahme...
Ach - und noch was: Natürlich hängen solche Interventionen auch immer an der Tagesform des Trainers. Aber wenn man eine Kampfkunst betreibt, sollte die Selbstdisziplin und die sagen-umwobene "Selbstbeherrschung" praktisch auf der Stirn stehen - oder?




Mit Zitat antworten