Egal in welchem technischen Kurrikulum man sich bewegt, in der Praxis ist nur eines sicher: Man wird vermutlich binnen Sekunden rausgeworden werden. Daher halte ich das Lernen, mit Schmerz und Schlaghandel unter Druck umgehen zu können, für sehr viel sinnvollere SV als 99,9% aller technischen Übungen. Daher sind in meinen Augen auch Vollkontaktstile grundsätzlich sehr viel besser dafür geeignet, SV zu schulen, ohne merkwürdige Techniken in "Sonder-SV-Einheiten" zu verpacken und alle paar Monate mal ein wenig zu schleifen. Das ist genau so Bullcrap unter dem Deckmantel der Kunst wie Kata und Kihon. Die macht man aus anderen Gründen. Und hat hofentlich die Ehrlichkeit, sich das auch einzugestehen.
Ganz genau so seh ich das auch. Diese ganzen Techniken, Taktiken, Prinzipien und Strukturen mögen ja ganz nett sein. Aber sind wir doch mal ehrlich, das meiste wird von den meisten systemimmanent geübt. Jemand, der sich erratisch, aggressiv, unvorhersehbar bewegt, gar unerwartet angreift, wird damit auch mal treffen. Und dann zählt allein, ob man völlig aus der Spur kommt (man sieht das immer schön bei Boxanfängern: Nach dem ersten richtigen Treffer Abdrehen, Embryonalhaltung), oder ob man sich eins grinst und erst recht loslegt.
Den Leuten aus dem Eingangsvideo trau ich durch die Bank Letzteres zu. Was zeigt, dass man das (wenn mans nicht mitbringt) lernen kann (wenn mans lernen will). Allein das macht sie schon zu ernstzunehmenden Gegnern. Und die üben ja obendrauf noch durchschlagkräftige Techniken & co.


Übrigens, bzgl. Kyokushin fand ich das hier gar nicht so schlecht (wenn auch, klar, Fernsehen):



An einer Stelle sagt er sinngemäß sowas wie: "Viel mehr werden die meisten Schlägereien auch nicht wehtun". Was soll jemand, der das regelmäßig macht, noch groß fürchten?