Laut Heisenberg ist der Zufall beim Atomzerfall ein echter Zufall.

ich tippe euch das mal ab, aus "Der Teil und das Ganze" von Werner Heiensenberg, S. 142f., ISBN 3-492-22297-8

"Wir halten diese Kenntnis für vollständig, denn aus anderen Experimenten, die wir auch mit diesem Radium B-Atom anstellen könnten, geht hervor, dass es keine weiteren Bestimmungsstücke dieses Atoms geben kann als jene, die wir schon kennen.

Ich will das genauer auseinandersetzen: Wir haben eben festgesellt, dass man nicht weiss, in welcher Richtung das Elektron ausgesandt werden wird, und Sie haben geantwortet, also müsse man weiter nach Bestimmungsstücken suchen, die diese Richtung determinieren.

Aber nehmen wir weiter an, wir hätten solche Bestimmungsstücke gefunden, so geraten wir in folgende Schwierigkeit. Das auszusendende Elektron kann ja auch als eine Materiewelle aufgefasst werden, die vom Atomkern ausgestrahlt wird. Eine solche Welle kann Interferenzerscheinungen auslösen. Nehmen wir ferner an, dass die Teile der Welle, die zunächst vom Atomkern in entgegengesetzten Richtungen ausgesandt werden, in einer dazu eingerichteten Apparatur zur Interferenz gebracht werden und dass als Folge de Apparates danach in einer bestimmten Richtung Auslöschung einritt. Das würde bedeuten, dass mit Sicherheit vorhergesagt werden kann, dass das Elektron schliesslich nicht in dieser Richtung ausgesandt werden wird. Wenn wir aber neue Bestimmungsstücke kennengelernt hätten, aus denen hervorginge, das das Elektron zunächst vom Atomkern in einer ganz bestimmten Richtung ausgesandt werden wird, so würde die Interferenzerscheinung ja gar nicht zustande kommen können. Die Auslöschung durch Interferenz würde nicht einreten, und der vorher gezogene Schluss könnte nicht aufrecht erhalten werden. Tatsächlich aber wird die Auslöschung experimentell beobachtet werden. Die Natur teilt uns also mit, dass es die umstrittenen Bestimmungsstücke gar nicht gibt, dass unserer Kenntnis schon ohne neue Bestimmmungsstücke vollständig ist."


Die antwort seiner Gesprächspartnerin darauf war "aber das ist ja fürchterlich!" - fürchterlich, weil wir die Idee aufgeben müssen, alles wissen zu können, wenn wir uns nur genug anstrengen.