Zitat Zitat von DatOlli Beitrag anzeigen
Die Frage ist doch nicht ob man Solo-Kata über Anwendung lernt/lernen kann oder nicht.
Es geht doch darum ob die Information korrekt weitergegeben wird. Auf Goju-Ryu bezogen wäre dann die Frage, ob dafür die selben Anwendungen genutzt wurden wie von Chōjun Miyagi gedacht und gemeint.
Hm. Dass das wichtig ist würde ich nicht so unterschreiben wollen aber die Diskussion führt vermutlich auch zu weit weg vom Thema.

Daher nur ganz kurz meine ganz persönlichen 2 Zent dazu:

Zum einen finde ich es persönlich wichtiger, dass im entsprechenden Geist geübt wird. Also, dass was hier teilweise auch anklingt. Mit der Zeit müssen die (gestellten) Angriffe freier und realistischer (also auch von der Absicht zu treffen) werden, d.h. eine Steigerung von Intensität (Absicht) und Freiheitsgraden (weg von der Grundform). Wie weit man da gehen mag, muss halt verabredet werden und hängt ja auch vom Niveau der Übenden ab. Insofern kann ich gut nachvollziehen, wenn das in Breitensportgruppen kaum bis gar nicht stattfindet. Dann wäre es für mich "nur noch" Kampfsport und nicht mehr Kampfkunst, wobei es da aischer eine gaaanz große Grauzone gibt.

Zum anderen sollte man davon ausgehen, dass das, was für Myjagi & Co. mal funktioniert hat, für andere in einem anderen Raum-/Zeit-Kontinuum nicht unbedingt funktionieren muss. Einerseits ist es natürlich gut, die ursprüngliche Form zu bewahren und weiterzugeben, weil man sonst möglicherweise funktionierende Dinge verliert (ich würde also an der Kata nicht rumschrauiben). Andererseits muss die Form aber für individuelle Bedürfnisse passend gemacht werden. Der Kollege hat es mir damals so erklärt (und das hat Kase auch mal erzählt), dass die Standard-Bunkai im Goju Ryu festgelegt sei (ich weiß aber nciht, ob das wirklich stimmt). Dann sollte das auch so bleiben und vermittelt werden. Im Shotokan aber ist das z.B. nicht so. Da ist die Aufgabe dann eher, es selbst mit Leben zu füllen.

Wie auch immer, wenn, damit es sich Kampfkunst nennen darf, eine Lineage zwingend erforderlich ist und die auch noch mindestens 100 Jahre als sein muss, dann bräuchten wir noch einen dritten Begriff, der das oben Genannte beinhaltet.

Kurz, für mich ist wichtig: Kata bewahren (und Bunkai, wenn sie Teil der Form ist), im Sinne einer Kampfkunst üben und Anwendung selber entwickeln...

(Oh Gott, das war ja schon wieder so lang...)