Hallo

interessanter Thread.

Ich bin vor gut 40 Jahren vom Judo und TKD zum Shaolin Kempo gekommen und
habe bei Klaus Konrad und Roland Czerny einige Zeit trainiert. Das Buch habe ich noch aus der
Zeit im Original (schön zerfleddert). Klaus hat recht früh, ab Anfang der 1980er, auch regelmäßig bei Paul Belous
in Köln trainiert, was das Training in Moers stark beeinflusst hat.

Soweit ich mich erinnern kann, lief das Ganze zuerst in den 1960ern unter "Combat Kempo", bis Herr Meijers und sein Partner
daraus halt "Shaolin Kempo" gemacht haben. Ich habe später bei Kuntao-Leuten in Holland teilweise starke
Überdeckungen gefunden. Von Meijers hätte ich mir persönlich keine einfangen wollen :-D, dem Vernehmen nach
war der Mann in jungen Jahren auch ein recht erfolgreicher "Hauer", was ich schon glaube. Was er da veranstaltet hat, war
trotzdem schon ziemlich schräges bzw. "spezielles" Zeugs. :-D

Bin danach weitergezogen, da Shaolin Kempo nie wirklich meins war. Trotzdem war ich ein paar Jahre dabei
(habe sogar einen Dan getragen :-D) und das längere Verweilen lag halt stark an den Leuten (die in der Regel wirklich OK waren)

Beim Khan selber war ich auch mal und habe auch reichlich Vereine/Schule in NRW und Holland damals besucht.
Was der Khan vorgeturnt hat, hatte wiederum wenig mit dem Buch aus dem Falkenverlag zu tun (es wurde dadurch aber auch
nicht besser)

Die Shaolin Kempo "Szene" war schon immer sehr "bunt" und die Unterschiede teilweise gewaltig :-D
Vom esoterisch angehauchten Zirkel über "Mönchsprüfungen" (ja, wirklich) bis zu auf Pointfighting spezialisierte Vereine,
die sich auch bei WAKO-Turnieren, Dacascos-Open etc. (Achtung, Wortwitz!) verdammt gut geschlagen haben.

Ebenso unterschiedlich war Curriculum von Schule A zu dem von Schule B. Und mit dem von Schule C hatten beide
ja mal gar nix gemein. Insgesamt war es aber - egal wo ich war - ein munter durchgequirltes Zeug, mit Einflüssen aus
allem Möglichen. Wenn ich mir aber breitensportliche Vereine anderer Ausrichtungen anschaue, ist das Niveau da auch
oftmals nicht besser. Sorry, wenn ich das so sagen muss. Da kannste auch nicht erkennen, ob das nun ein Yoko Geri sein
soll oder eine unmotivierte Dehnübung im Stand und Katas werden einfach so dahingerotzt und es bleibt ein einfaches
Nachmachen von Bewegungen.

Das ist aber aus meiner Sicht aus auch OK. Ich mein, die meisten Leute wollen "irgendwas mit Karate" machen, geselliges
Vereinsleben, ein bischen Budo-Romantik etc. pp. Im Zweifelsfalle macht man es so wie ich. Sich bedanken und weiterziehen.
Es wird ja niemand gezwungen, Shaolin Kempo oder Dju Ssu oder was der Khan da noch alles erfunden hat, zu trainieren...

In Summe: ja, es ist ein wilder Mix aus allem Möglichen aber wenn es die Leute doch glücklich macht. Soll jeder machen wie
er meint.

Peace :-)