Vor ab: persönlich halte ich die diskutierte Übung (und die meisten verwandten statischen Übungen) für Zeitverschwendung, weil man das, was da aufgebaut werden kann, viel besser in Flowdrills wie Tuishou/Dashou, Binden und Winden oder in lockerem leichten und spielerischen Ringen und Kappeln aufbauen kann. Viel besser deshalb, weil sie dann gleich in dazugehörige Bewegungsabläufe und Erinnerungen integriert werden. Diese Integrationsarbeit hin zur Anwendung muß man bei statischen Übungen ja im Anschluß noch extra leisten und dabei dann gegen mittlerweile eingeschliffene Gewohnheiten ankämpfen.
Die Diskussion hat mehrere Probleme, selbst wenn der Fragesteller ein ernsthaftes Interesse hätte:
Man kann diese Übung wunderbar für Kameras und Übungspartner faken. Und das machen scheinbar auch viele Leute.
Im TJQ hat man dasselbe Problem mit den Hoppelhasen, die völlig absurde Sprünge absolvieren, um zu zeigen, daß sie der seidene Meister magisch geschubst habe.
In vielen Videos sieht man auch eine Mischung: Der Lehrer demonstriert eine relativ subtile Methode des "Entwurzelns", und die Schüler hoppeln bizarr übertrieben durch die Landschaft, statt mal aufzupassen, was eigentlich passiert.
Physikalisch ist die Übung je nach Detailstufe des Modells entweder banale und langweilige Newtonsche Physik (actio=reactio), die niemanden interessiert, oder biomechanisch so kompliziert, daß man als Normalbürger eh nicht durchsteigt.
Nicht einmal Chirurgen wissen genug über unsere Anatomie, um vollständig zu verstehen, was genau sie eigentlich in der Motorik des menschlichen Körpers anstellen, wenn sie Bindegewebe, Nervenbahnen und Muskeln durchschneiden oder gar verpflanzen.
Da kommt dann in der OP-Nachsorge oft das große Staunen.
Diese ganzen Trainingsmethoden sind auch nie als Laborexperiment für Forenkrieger entwickelt worden, sondern haben eine konkrete Funktion innerhalb eines Trainingsaufbaus. Alles, was da zählt, ist das Ergebnis. Entsprechend sind sie in den jeweiligen Traditionen auch meist nicht speziell entwickelt worden, sondern wurden sehr pragmatisch aus älteren Traditionen und Lehrsystemen zusammengeklaut, in denen man auch schon nicht wußte, was da eigentlich in Körper und Hirn passiert.
Man kann hingehen und ihn schubsen. Das einzige, was am Ende zählt, ist, wer kippelt. Bleibt er stabil, hat er irgendwas richtig gemacht. Kippt er um, sobald er nicht von einem gehorsamen Schüler geschoben wird, war es Quatsch. Ganz einfach: empirisch, wissenschaftlich, reproduzierbar.





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