
Zitat von
Cam67
Jetzt zum eigentlichen Punkt.
Wird diese beschriebene Art der Herausforderung nicht zugelassen , in einer Atmospähre der Herausforderung , des ständigen konkurrierens ansich , weil ev. das Ego des Lehrers zu gross ist , oder er damit seine Machtposition gefährdet sieht , dann baut man damit ein Spannungsgebilde auf , das für gewöhnlich nur darin endet , das es entweder richtig Knallt oder einer geht bevor es richtig knallt oder man die Leute in Bezug zu sich ! gebrochen hat .
Ich kann das so nicht nachvollziehen.
Ein Lehrer ist nicht mein Lehrer, weil er mich dominiert! Ein Lehrer ist mein Lehrer, weil er meine Fähigkeiten und Kenntnisse in dem zu lernenden Gebiet erweitern kann.
Das angesprochene Testen und Prüfen, ob ich weiter gekommen bin, sollte und kann auch ohne Weiteres "draußen" oder mit Mitlernenden passieren. Entwickle ich mich nicht weiter, kann es am Lehrer liegen. Die Kompetenz, mich zu fördern, genau dort anzusetzen, wo ich Anregung brauche im Gesamtplan, DAS ist Aufgabe des Lehrers. Er ist sozusagen das Medium zwischen dem Schüler und dem Lernziel. Aber er ist nicht Objekt der Herausforderung.
Vielleicht gehts auch um den Unterschied zwischen Trainer und Lehrer. Dennoch....
Ganz simpel: Bleiben wir im körperlichen Bereich
Ich selbst wäre Profiboxer und such nen neuen Trainer, um mich zu verbessern. Gehe ich jetzt zu jedem Trainer, der infrage kommt hin und Prügel mich mit dem (um dann festzustellen, dass ich offenbar der KING bin, da ich alle Trainer plattmache?)
Oder suche ich mir dejenigen, der es versteht, mich genau zu scannen und die Stellen zu finden, an denen ich mich durch ausgesuchte Trainingsmethoden feilen kann? Und muss ich dabei diesen Trainer dominieren? Eben nicht. Ich stelle mich den Aufgaben, die er für mich hat, um darin zu wachsen. So lange, wie der Lehrer mir solche Aufgaben geben kann.
Anders im wing chun: Aus mir unerklärlichen Gründen muss der Leiter einer Schule alle seine Schüler kämpferisch dominieren, wenn man der Argumentation folgt.... Aha ... Dann herzlichen Glückwunsch, wenn oben genannter Profiboxer sich für wing chun interessiert, um seinen Horizont zu erweitern, SELBST WENN!!! er in einem Kampf diesen wing chun Lehrer zerlegen würde. Alleine schon deshalb, weil er das doppelte wiegt und sehr gut boxt. Ne.... der Boxer würde das gar nicht wissen wollen, wer wen umhaut, sondern der sieht, dass dieser Lehrer etwas Interessantes kann und kann sich vorstellen, dass ihm das was bringt obendrauf.
Soll der Boxer sich nun auf Pilgerreise begeben und alle wing chun Lehrer herausfordern, bis ihn einer besiegt, bei dem er dann lernen kann (und hat vielleicht Pech und der Typ kann halt nur Kämpfen und nicht so doll gezielt unterrichten?)
Eigentlich müßig, das so zu verdeutlichen.
Beispiele:
- Sprinttrainer darf langsamer sein als sein Schüler, ohne dass dem Schüler der Reiz fehlt, seinen eigenen Trainer zu dominieren
- Musiklehrer darf die zu unterrichtenden Stücke weniger perfekt spielen, sondern bringt den Schüler dazu, immer besser zu werden (der das dann ja auch spezifisch übt)
- Schachtrainer darf seinem Schüler unterlegen sein, sofern er ihm immer neue Varianten näherbringt, die ihn weiter verbessern.
Ausnahme:
Der wing chun Lehrer muss alle seine Schüler jederzeit verprügeln können. O_o
-> Wenn da mal nicht eine ganz schräge und hirnf*ckmäßige Hierarchie dahintersteckt .... Das hat mit Weitergeben von Wissen und Fähigkeiten grundsätzlich nichts zu tun.
Nun noch zum Punkt: Wettbewerb ist förderlich
Dem stimme ich nicht zu. Der Wettbewerb ist das ganze Leben. Da gibt es keinen Bedarf, ihn überall hin zu übertragen, wo es um die Entwicklung in einem "geschützen Raum" geht.
Rein praktisch: Ich messe mich mit Mitschülern, oder sogar dem Lehrer und stelle fest: Ich bin besser als der und der und schlechter als der und der. Gut! Und weiter? Wo messe ich meine individuelle Entwicklung? Sind wir alle insgesamt schlechter geworden oder auf der Stelle geblieben. Ist einer, den ich auf einmal dominiere ggf nur schlecter geworden und ich hab mich gar nicht verbessert.
Und: Was bedeutet es, innerhalb des Vertrauten einen "Besser/ Schlechter- Status" zu haben, wenn es bei Anwendungen völlig egal ist, ob ich weiß, dass ich Egon und Paul packe, aber gegen Lukas und Gertrud verliere, wenn da Mr. X vor mir steht?
Gut, ich habe hoffentlich vernünftig trainiert! Aber doch nicht, um eine Dominanz in der Gruppe, sondern um meine persönliche Verbesserung. Und da hilft ein Trainer/ Lehrer, der das auch so sieht und nicht nur bemisst, wie gut ich im Vergleich zu ihm bin.
Ich finde im Gegenteil, dass ein konkurrierendes Üben zu genau dem führt, dass die Rangkämpfe, auch gegenüber einem Trainer zu mehr Nebenschauplätzen führen als es dem Weiterkommen zuträglich ist.
Mein "Stoff" zum Thema ist noch lange nicht aus, aber ich denke, man kann ja Meinungen nebeneinander stehen lassen
Geändert von derKünstler (08-05-2024 um 14:22 Uhr)
Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.