Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen

1) [...] Aber hier schreiben leute die was von 15-20 jahre schreiben und ja da frage ich mich , was zum Henker muss man tun um 15-20 jahre etwas zu trainieren , und dann woanders einen Wow-Effekt zu bekommen, als wäre da etwas TOTAL anders ? Oder von Sucht schreiben derer sie sich entledigen mussten ? Wie kann sowas entstehen . Doch nur wenn man nicht abgleicht , nicht reflektiert , nicht testet , sondern nur stupide den Unterricht macht . DAS kann auch jeder so für sich machen , aber DANN bitte nicht meckern und alles dem lehrer zu schieben . Es hat doch nun wirklich jeder seinen eigenen Kopf , um sich Gedanken zu machen , das Geübte zu hinterfragen , sich "vor sich selbst " ständig zu verbessern und nicht einfach zu performen. [...]

2) [...] Egal in welchen Seminaren , Lehrgängen ich ausserhalb von ing ung war . IMMER hab ich Parallelen gefunden , immer Anknüpfungspunkte , immer etwas Vertrautes , abr nie etwas was plötzlich VÖÖÖÖLLIG anders war. Wie denn auch , wenn der Körper immer der Gleiche ist ? Feiner , tiefer ? ja, z.b. ZRM . Genauer, durchdachter ? ja , z.b. das Judo bei Tom Herold . Aber völlig anders ? Nee. Ein Wurf ist ein Wurf , Ein Schlag ist ein Schlag , trotz unterschiedlicher Mechaniken.[...]
Moin!

Ich greife mal zwei Bausteine heraus:

1) Das würde ich an die individuelle Entwicklung und auch an einen Reifeprozess koppeln, den du letztlich nicht äußerlich steuern kannst und der intrinsisch aus dir herauskommen muss. Ich zähle mich in vielen Lebensbereichen zur Kategorie der Spätzünder und auch naiv vertrauend. Auch wenn ich durchaus recht früh "Zweifel" habe, reflektiere und austeste, so lasse ich dies lange laufen und warte ab, ob nicht doch noch was kommt. Typischer Krebs eben! *lach* Der von dir genannte Zeitraum (15-20 Jahre) war für mich in vielen Lebensbereichen eine sehr prägende Zeit und ich hatte mein Wing Chun "Satori" erst mit Anfang 40 auf einem Seminar mit Kwok - spät, aber eben auch sehr nachhaltig. Als der Filter mal gesetzt naja - da fällt es dir wie Schuppen von den Auge.


2) Diese Sicht kommt früher, später oder aber gar nicht. Ich weiß, was du meinst - aber dazu braucht es eben diesen bewussten Sprung, der (meines Erachtens) mit der Lebensreife und auch Erfahrung kommt. Bei mir waren das nie kontinuierliche Prozesse, sondern eher Quantensprünge. BUMM ZACK und dann war es durch. Meist initiiert durch die Perspektive einer Person, die reflektiert wurde.

Du, ich habe vor Jahren mit meinem Sohn einmal die gängigen Karate-Vereine hier im Kreis besucht: Es war einfach nur lachhaft für mich, was die da getrieben haben (mal abgesehen von den erhobenen Hauptes durch die Halle schreitenden Senseis und die huldigenden Schüler), aber er hat überhaupt nicht "verstanden", warum ich da zum Teil emotional wurde und nur noch den Kopf geschüttelt habe. Wir haben lange drüber diskutiert, aber letztlich fehlte im einfach der Blick und die Lebenserfahrung in diesem Bereich. Wir haben am Ende einen Judo-Verein für ihn gefunden - profundes Basistraining, Körperschule, geistige Schulung (hinfallen/aufstehen), Fallschule, ein paar Würfe und eben schon einmal diese "kleine Idee", dieses Gefühl für den "Nahkampf", wenn sie an dir ziehen und reißen - Schulhofklopperei. Und irgendwann ging das Graduierungsgedöns und die Helikoptereltern los...aber das ist ein anderes Thema - dennoch, diese Ideen nimmt er schon mal mit.