das hat es im militärischen kontext und wenn es um attentate/morde geht.
in der SV ist der tödliche ausgang eine gewisse wahrscheinlichkeit, die bei einem einsatz eines messers höher ist, als bei den meisten anderen "SV tools" (als solches wird ein messer ja im SV kontext "missbraucht")
der zweck ist auch beim messer: möglichst unbeschadet einen rechtswidrigen angriff zu überstehen (wozu auch unbeschadet von allzu harten rechtlichen folgen gehört)
das (mit den rechtlichen folgen) ist allerdings ebenfalls mit höherer wahrscheinlichkeit zu erwarten, als nach der verwendung der meisten anderen möglichen tools.
selbstverständlich gibt es möglichkeiten, sich mit dem messer zu verteidigen, ohne das ziel zu haben, den anderen umzubringen. in vielen "combative" messersystemen wird nicht umsonst unterschieden zwischen sofort tödlichen, zeitnah tödlichen, potentiell tödlichen, aber wahrscheinlich bei zeitnahen rettungsmaßnahmen "nur" verletzenden und drittens nicht-tödlichen zielen unterschieden (mit entsprechenden drills). dazu die unterscheidung zwischen mannstoppenden, anatomisch behindernden, mental "schockenden" usw. aktionen, wobei es stimmt, dass mannstoppend (sofort) recht schwierig ist und es darunter auch nicht so viele, nicht sofort tödliche sachen gibt, die mehr als nur theoretisch (bzw. im trainingsspiel) zuverlässig anwendbar sind.
das thema "ungewollte tödlichkeit" ist ein ganz dickes, wenn man über SV mit messer redet, nur heißt das NICHT: messer wird nur zum töten gebraucht und zwar so schnell eingesetzt, dass es vorher nicht gesehen werden kann. klar, kann man das so angehen, wenn man sich mit einem mordversuch konfrontiert sieht, aber zu sagen, es gibt GRUNDSÄTZLICH nichts anderes sinnvolles im bereich SV mit messer... ne, sehe ich so nicht.
und weil das eben alles so kompliziert und riskant ist mit nem messer, braucht es gerade intensive beschäftigung mit der sache auf verschiedenen ebenen und langjähriges training. wer also nur SV "können" will und nicht kampfkunst verinnerlichen und verfeinern, sollte sich besser auf andere tools konzentrieren und "messern" nicht als SV methode trainieren, sondern, um im SV training GEGEN messer einen einigermaßen "real" angreifenden messerstecher als rolle spielen zu können.
wer allerdings aus der klingenkampfkunst kommt, sollte sich durchaus mit den SV möglichkeiten seines alltäglichen trainingstools beschäftigen, denn auch das ist teil der "kunst". (und trotzdem und aus den oben genannten gründen: mein griff würde zur taschenlampe und nicht zum messer gehen, wenn ich mich nicht eindeutig in einer lebensbedrohlichen lage befinde. die aber, hat es SV mäßig bei mir noch nie gegeben und ich wüßte nicht, wie ich jemals in so was reingeraten könnte, außer durch einen enorm tragischen zufall mit weitaus geringerer wahrscheinlichkeit als jedes andere szenario einer plötzlichen bedrohung durch den tod.
für messer vs. messer situationen ist ein messer allenfalls gut, wenn da noch distanz ist und es sich der andere dann vielleicht doch noch mal überlegt, wenn er sieht, es ist "ausgeglichen". ein "messerkampf" ist das dümmste, was man in der SV gegen messerattacken versuchen kann (das kriegt man außerhalb von ritualisierten duellsituationen ohnehin nicht hin. es wird zu keinem messerkampf kommen können, aus dem man "möglichst unbeschadet" herauskommen kann, wenn man plötzlich überfallen wird und zwischendurch keine "pause" entsteht).
edit:
wo ich dir recht gebe: das von dir erwähnte mindset sollte man (mit entsprechend guter sicherung versehen) haben, denn ist es nicht da, wird man in seinen möglichkeiten begrenzt und reagiert auf einen mordvedrsuch zu zaghaft und evtl. mit den ungeeigneten mitteln. das muss man mental klar haben: dass man töten könnte (oder, in der entsprechenden extremsituation oder unabsichtlich) sogar wird. wer sich so was nicht vorstellen kann und/oder mag, der sollte tatsächlich die finger vom messer als SV tool lassen.






Mit Zitat antworten