Zitat Zitat von Dare2Win Beitrag anzeigen
Ich denke nicht, dass man (kleine) scharfe und spitze Waffen kontrollieren kann. Wenn man sich vor Augen führt, wie schnell Leichtgewichte im Boxen sind, wird sofort klar: Wenn die so eine Waffen führen und damit auch umgehen können, wird sämtliche Kontrolle obsolet. So etwas lässt sich nur mit Durchhalten eigener Struktur überleben (man mag das nach Latosa Bewegung innerhalb einer festdefinierten Box nennen oder auch anders), ohne große Ausholbewegungen, ohne irgendeine Art von Armkontrolle dafür aber aggressive Gegenangriffen.

Selbstverständlich hilft es, einen dimensional großen Gegenstand zwischen sich und den Angreifer zu bringen. Aber sowas ist erstens nicht immer zu Hand und hindert einen selbst natürlich, an effektiven Gegenangriffen. Einen aggressiven Angreifer kann man damit auf Dauer nicht abwehren. Denn wenn der den Stuhl packt oder offline geht, ist er fast dran. Das sind alles zwar Konzepte, die das Leben verlängern, aber am Ende doch nur Notkonzepte. Fakt ist: Wer vor einer scharfen, spitzen Klinge steht, die von jemandem bedient wird, der damit umgeht, hat ein lebensgefährliches Problem.

Grappling, Bodenkampf etc. hilft da gar nichts, weil beide langen Körperkontakt für Effektivität bedingen. Körperkontakt bedeutet, dass ich den Angreifer treffen kann und er mich. Er hat eine Waffen und ich keine. Er muss mich nur ein bis zweimal leicht treffen und auch überhaupt nicht stark sein, und es wird mir extrem schlecht gehen, wenn er gut trifft.

Im übrigen habe ich nicht davon gesprochen, dass man mit Wing Chun wild drauf los hauen soll. Das ist - wie so oft - nur in Köpfen der entsprechenden Schreiber hier entstanden.

Mein Punkt war: Man muss eine strategische Entscheidung treffen - Sport oder Realität. Und ich halte Standup für die Realität geeigneter als Boden. Das war der Anfang der Diskussion mit Royce Gracie 2.
Schau Dir mittelalterliche Fechtbücher an. Dort gibt es ringerische Waffenkontrolle gegen Messer (Grappling, nicht Bodenkampf!). In einer mit Waffen/Gewalt kompetenteren Gesellschaft wurde das offenbar als valides Mittel betrachtet. Natürlich ist unbewaffnet gegen Messer immer beschissen. Das gilt für jede Herangehensweise. Ringerische moderne Konzepte sind ja bspw. Björns Klingenschutzkonzept oder sowas wie Red Zone. Besser ist natürlich, selbst eine Waffe zu haben (nichts anderes schreibt Royce) oder natürlich gar nicht erst in die Situation zu kommen.