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Thema: Qi und innere Kraft 2018

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  1. #11
    Wong F. Gast

    Standard

    Zitat Zitat von DatOlli Beitrag anzeigen
    Allerdings fehlt mir noch ein Aspekt. - Autosuggestion.

    Wenn sich nun jemand, der das "Qi-Modell" verinnerlicht hat, in den Garten setzt und sich mit "universellem-Qi" auflädt, macht er im Prinzip das gleiche (zumindest aus meiner Sicht), wie ein Autosuggestions-Praktiker, der in hypnotischer Trance beim Atmen (vorgestellte) Energie aufnimmt. …
    Soweit richtig. Es IST Autosuggestion. Und die funktioniert auch.

    Von daher ist es aus meiner Sicht völlig "Latte", ob da nun objektiv Qi aufgenommen wurde oder nicht. Hauptsache ich fühle mich wieder "leistungsfähig" und wohl.
    Warum soll ich über einer Fiktion meditieren, wenn ich auch reale und nachprüfbare Anker wählen kann?

    Probleme gibt es doch erst wenn man verschiedene Modelle miteinander mischt.
    Gibt es doch schon, dort, wo man außergewöhnliche Leistungen in der KK oder was Wohlbefinden nach ner QiGong-Übung mit QI erklärt.

    Zitat Zitat von DatOlli Beitrag anzeigen
    Die jeweiligen "alten" Übungen haben ihre Wirkung empirisch nachgewiesen. Ich trenne also Theorie von Praxis und auch Wirkung von Theorie.
    Aber hallo! Und zwar nach den Grundsätzen Wissenschaftlichen Arbeitens. Seltsamerweise sollen die nicht mehr gelten, wenn es um die Untersuchungen der Behauptungen über das QI geht.

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Zum Üben nehme ich die „alten“ Idee, aber mein wissenschaftlicher Verstand schaut sich natürlich auch immer an was da in meinem Körper und Gehirn passiert. Übe das Alte in der modernen Welt. Dies führt zu einem „modernen“ Verständnis des alten Wissens.
    Das würd ich unterschreiben.

    Zitat Zitat von Hu Yaozhen Beitrag anzeigen
    Dennoch kann man Theorie von Praxis nicht trennen.
    Dagegen läßt sich nix sagen.

    In jeder Kunst oder jeder Sportart gibt es einen Haufen Theorie. Zum Beispiel im Tischtennis: Wenn ich die Theorie über die Flugbahn des Balles aufgrund des Luftwiderstandes kenne und wie die Drehung des Balles, wenn er "Effet" hat, Einfluss auf die Flugbahn hat und sich das Absprungverhalten entsprechend verändert, hat das einen Vorteil, auch wenn ich während dem Spielen natürlich nicht daran denke. …
    Warum soll man in der Kampfkunst oder im Qi Gong, die beide, da sind sich viele wohl einig, doch sehr komplex sind, einfach mal irgendwie machen können, ohne fundierte Theorie. Woher holt man sich die Anleitungen, wie es korrekt ist und weshalb? Gutdünken und Interpretation sind da sehr fehleranfällig.
    … während DES Spielens denke ich darüber nicht nach, aber sehr schöne Beispiele: Effet, Reibung, Luftwiderstand, Sprungverhalten des Balles … alles ziemlich konkrete physikalische Größen, die wir gut in Beziehung setzen können, ohne die Mechanik zu verlassen. Auch für die verschiedene Kampfsportarten gibt es sportwissenschaftliche Untersuchungen, da gibt es sehr wohl Theorie. Kommt eben nur drauf an, welche.

    Zitat Zitat von Hu Yaozhen Beitrag anzeigen
    , wie dieser Bewegungsapparat am optimalsten genutzt wird, dass A) eine möglichst grosse Wirkung und B) ein möglichst kleiner Verschleiss stattfindet. Die Theorie beschreibt den Aufbau des Bewegungsapparates und dessen Funktion und definiert somit auch die optimalste Art sich zu bewegen und warum und weshalb dies so ist.
    Optimal reicht nicht?

    Und dann kommt das Problem mit der Theorie, von der du sprichst. Dort steht dann eben z.B. als „Begründung“, dass in der Position xy das QI besser fließen kann. Der zentrale Baustein dieser „Theorie“ ist reine Fiktion.

    Zitat Zitat von DatOlli Beitrag anzeigen

    Die Übungen und der Aufbau, sowie die Beziehungen der Übungen zu einander, hat sich im Laufe von ziemlich viel Zeit ergeben. Man könnte also davon ausgehen (ich tue dies), das wenig bis kein Blödsinn übrig geblieben ist. Man könnte das eventuell als natürliche Selektion betrachten (auch wenn natürlich Traditionen u.s.w. das ganze verzerren können).

    Für mich bedeutet das, die Übungen und der Aufbau sind durch die Erfahrung von zig Generationen ziemlich gesichert.

    Die zugrunde liegenden Theorie-Modelle können jedoch ausgetauscht werden. Statt das Qi-Modell zu bemühen, kann man zur Erklärung des "Warum" genauso gut (aus manch anderer Sicht eventuell auch besser oder schlechter) ein anderes Modell wie "Physiologie/Neurologie", Prana oder "Dingsbumms" bemühen.

    Das ändert nicht das Geringste an der Wirksamkeit der Übung.
    Das würd ich weitgehend unterstützen.

    Zitat Zitat von Hu Yaozhen Beitrag anzeigen
    Natürlich kannst Du dein Training auf eine Theorie aus einem Modell wie "Physiologie/Neurologie aufbauen und natürlich kommst Du auch irgendwo hin, nur nicht ans gleiche Ziel, wie derjenige, der sich an die Theorie des "Qi Models" hält.
    Möchtest du das begründen? Ich red ja nicht von beweisen oder belegen, nur wenigstens begründen.

    Zitat Zitat von DatOlli Beitrag anzeigen
    Allerdings habe ich immer noch das Gefühl wir schreiben über verschiedene Sachen.

    Du benötigst die Theorie zum Aufbau. Für mich ist der Aufbau schon lange gegeben.
    Mir geht es um die Erklärung dessen was da passiert.
    Natürlich redet ihr aneinander vorbei, weil ihr von völlig verschiedenen Standpunkten ausgeht. Du, Olli, nimmst den Sachverhalt, den du vorfindest, und versuchst, eine Theorie zu entwickeln, die den Sachverhalt möglichst widerspruchsfrei erklärt.

    Das ist die (grundsätzlich) materialistische Position, Hus dagegen die idealistische. Er hat eine Theorie gelernt und versucht jetzt, diese mit gegeben Sachverhalten in Übereinstimmung zu bringen.

    Zitat Zitat von Hu Yaozhen Beitrag anzeigen
    Nimmt man die Theorie oder den Erklärungsansatz aus der "Physiologie/Neurologie", welche sich auf den Materialismus konzentriert, wird derjenige, der sich an das Modell hält, auch nicht darüber hinaus entwickeln können. Der gewählte Ansatz bietet dafür schlicht und einfach nichts weiter.
    Was wäre denn „darüber hinaus“?

    Mit dem alten daoistischen Erklärungsansatz, welches die Verwendung des Qi, insbesondere eben auch des "universellen Qi" welches wir nutzen können, schon, weil das Erklärungsmodell genau diese Entwicklung mit einbezieht.
    Das ist schon insofern falsch, als es DEN daoistischen Erklärungsansatz gar nicht gibt. Es gibt sehr wohl Erklärungen, die das QI als Materie verstehen.

    Ich bin der Meinung, dass man Theorie und Praxis … nicht trennen kann ...
    100 % Zustimmung! Ein zutiefst materialistischer Grundsatz!

    Zitat Zitat von Hu Yaozhen Beitrag anzeigen
    Ist die Theorie zum Aufbau klar, braucht man nicht über das, was passiert zu schwadronieren. Es ist gegeben durch die Definition wie alles aufgebaut ist und dementsprechend hat alles folgende nur noch den Spielraum, der die Aufbau Definition auch zulässt. Hat man also die grundlegende Theorie gelernt (und durch praktisches Training verinnerlicht und verstanden) kann man sich die ganzen Interpretationen und Erklärungsversuche sparen. Es ist gesetzt. ...
    Hier zeigt sich der idealistische Standpunkt sehr schön. Alles, was passiert, hat sich in den Spielräumen der Theorie aufzuhalten. Was aber, wenn die Praxis etwas anderes ergibt?

    Zitat Zitat von kanken Beitrag anzeigen
    Die „Natur“ ist da nur ein Puzzlestein von vielen, denn auch die Ideen daraus unterliegen den Regeln des „Tao“.
    Nächster philosophischer Knackpunkt: Was ist „Tao“? Für mich: DAO ist ein Begriff der chinesischen Philosophie für die Bewegung und Entwicklung der Natur. (Zur Natur gehören Weltall, Erde, Mensch usw.)

    Ich möchte nur mal am Rande darauf hinweisen, dass der Begriff „Qi-Modell“ (oder QI als Modell) von mir in die Diskussion gebracht wurde. Und zwar für die Zusammenfassung einer Unzahl von Aspekten und Prozessen, die existent sind, die man aber in ihren Einzelheiten und verschiedenen Zusammenhängen kaum beschreiben kann. QI in diesem Sinne ist also eine Überbegriff, der konkrete Inhalte zusammenfaßt, der aber nicht als selbständige Entität gesehen werden kann. Nur in diesem Sinne kann man den Begriff m.E. noch halten, wenn man nicht von seiner historischen Bedeutung spricht.
    Geändert von Wong F. (22-06-2018 um 20:44 Uhr)

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