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Sobald ich merke, dass auch ein körperlich Unterlegener "drin" ist, gehe ich gerne mit und muss nicht versuchen irgendwie mit Kraft dagegenzuhalten.
Das ist für mich richtige Kooperation beim Üben.
Falsche Kooperation wäre für mich mitzuspringen, wenn gar keine Wirkung erzeugt wird oder so anzugreifen (z.B.: zu schlagen), dass gar keine Abwehr nötig ist, weil der Schlag z.B. ohnehin nicht trifft.
Hier sprichst du von richtiger und falscher Kooperation, aber es geht um Kooperation, mit dem Ziel "einander zu helfen die (Aikido)-Techniken immer besser zu verstehen.

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Falscher Widerstand wäre für mich, den anderen bei reinem Techniktraining zu überpowern oder das Setting zu verlassen.
Nach meiner Erfahrung ist es ein immer wiederkehrendes Problem, das vom Lehrer gezeigte Setting nicht zu verlassen. Meistens liegt es an einem falschen Verständnis von dem zu übenden Angriff. Wenn ich zum Beispiel als Nage mit einem Tenkan-Schritt Kraft "weiterleiten soll", aber Uke kraftlos agiert, was soll ich machen? Wenn ich die Tenkan-Drehung ausführe, kann ich noch hoffen, dass Uke der Hand hinterher rennt, was ja meist passiert. Dann sieht die äußere Form noch einigermaßen wiedererkennbar aus, aber das Übungsziel ist verfehlt. Wenn ich keinen Tenkan ausführe und mit Irimi oder gar angedeutetem Atemi agiere, habe ich das Setting auch wieder verlassen.

Wenn wir eine bestimmte Technik länger üben, dann geht einer meiner Lehrer manchmal zu jedem Paar und übt dann kurz individuell mit jedem einzelnen (als Nage). Dabei korrigiert er ziemlich oft meine Haltung oder die Art meines Angriffs; beim erstem Mal, indem er eine alternative Technik anwendet oder einfach einen Atemi andeutet; nach ein paar Erklärungen und Versuchen habe ich dann die richtige Form des Ukemi verstanden - so was ist dann schon lehrreich und interessant.


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Eine weniger gute Partnerin muss man dann mit Kraft aktiv kurbeln, d.h. bei der Bewegung unterstützen oder etwas deutlicher Zeigen, was man denn will.
In diesem Sinn übe ich tatsächlich als Uke, falls nötig, mit Anfängern. Und manchen Fortgeschrittene haben als Uke mit mir so geübt. Das ist natürlich nur ein erster Schritt, um ein Verständnis für den Bewegungsablauf zu erwerben.

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Da Du bei einem Anfänger weniger blockierst, heißt dass, dass Du bei einem Fortgeschrittenen mehr blockierst bzw. blockieren kannst und bei einem Könner das Blockieren nix mehr nützt, bzw. Dich selbst gefährdet, weil die Technik dann unschöner wird.
Letzteres birgt dann allerdings die Gefahr in sich, dass sich Lehrer kooperierende Schüler heranzüchten und gar nicht mehr den Reality-Check eines unkooperativen Gegners haben.
Aus dem Sport-Judo kenne ich (von früher) z.B.: Wurfdrills: Ein Wurf wird möglichst oft auf Zeit durchgeführt.
Da wollte ich auch keinen Partner, der aktiv blockiert. (aber auch keinen, der aktiv mitspringt.)
Allerdings gibt es auch Randori, bei dem der Partner alles innerhalb der Regeln versucht, mich an der Wurfausführung zu hindern bzw. selbst zu werfen.
Grundsätzlich sollen wir beim Üben nie blockieren, weder als Uke noch als Nage. Die entspannte, durchlässige Haltung soll nicht aufgegeben werden und demnach Situationen, die auf ein Kräftemessen hinauslaufen vermieden werden.
Wenn ich mal die Gelegenheit habe, mit Dan-Trägern (ohne Brille ) zu üben, dann versuche ich schon non-verbale Fragen zu stellen. Wenn mir die Technik (meist eine Halte-Technik wie Ikkyo) nicht zwingend erscheint, dann versuche ich gegen zu halten oder sogar mit einer eigenen Aikido-Technik zu kontern. Wenn es mir gelingt die Technik zu blockieren, dann besteht die Antwort meines Partners in der Regel in der Anwendung einer alternativen Technik.

Gelegentlich üben wir Randori, bei dem der Angriff (meist Katatedori, also Greifen eines Handgelenks) festgelegt, aber die Verteidigung frei ist. Dabei empfinde ich es sogar als hilfreich, wenn Uke gegen eine geplante Technik blockiert oder es versucht, weil ich dann auf eine Alternative umschalten muss, für die er sich durch den Blockade-Versuch geöffnet hat.


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Ich vermute mal, die Abweichung ist bei dem "nur verteidigenden Aikidoka" und weniger bei dem "aggressivem Angreifer"?
D.h. während der Text von Yoshigasaki sogar dazu anzuregen scheint, dass auch der Angreifer nicht aggressiv sein sollte, könnte ich mir vorstellen, dass Du es auch dem Aikidoka (Nage) zugestehst, aggressiv anzugreifen?
Beim Üben von Aikido entwickle ich weder als Uke noch als Nage aggressive Gefühle zu meinem Partner. Das schließt ja nicht aus, dass ich mit wachsendem Können von mir und meinen Partnern die Intensität der Angriffe oder Abwehr steigern kann - ja das wird sogar erwartet.

Die Beziehung zwischen Uke und Nage ist ja auch eine Vertrauenssache. Es kostet mich Überwindung, als Uke die Intensität der Angriffe zu steigern und vor allem den Angriff oder Kontakt so lange fortzusetzen, bis ich wirklich rollen oder fallen muss. Ich muss mich als Uke darauf verlassen können, dass Nage die Hebel oder Würfe nicht in der Absicht mich zu verletzen ausführt. Im Rahmen des Aikido-Trainings stellt sich Uke ja freiwillig als Übungspartner zur Verfügung; daher sehe ich es als Pflicht für Nage, die zu übenden Techniken dem Könnens des Partner anzupassen und das Verletzungsrisiko zu minimieren.