Zitat Zitat von Aruna Beitrag anzeigen
D.h. auch hier: Wenn Gott seine Aufträge an die Naturgesetzengel erteilt hat, macht es keinen Unterschied mehr, ob er existiert oder nicht, die Naturgesetzengel haben den klaren Auftrag was wann zu tun ist.
Die Naturgesetzverwaltung braucht dann keine intelligente Führung mehr.
Dieses Modell ist auf alle Fälle auch nicht schlechter als das, was sonst in der Physik so an Ideen vorgetragen wird.

Religiös gesehen ist Gott der Grund jeder Existenz; falls es Gott nicht mehr gibt, würde es in dem Moment auch die Engel nicht mehr geben, und das Universum auch nicht.

Ich bin mir sicher, dass es auch physikalische Ideen mit diesem Gedankengut entweder schon gibt oder irgendwann geben wird. Auch wenn die vermutlich nicht das Wort "Gott" benutzen werden.



"Sorge dafür, dass instabile Atome irgendwann zerfallen.
Wann das einzelne Atom genau zerfällt, steht Dir frei, allerdings musst Du die so zerfallen lassen, dass von einer größeren Anzahl gleicher Atome, die Abnahme der Anzahl mit der Zeit der jeweils noch vorhanden Atome proportional ist."
Und wenn's nicht ein Engel ist, der über den genauen Zeitpunkt entscheidet, in dem ein bestimmtes Atom zerfällt - dann halt der "Zufall". Was ja ein sehr eigenartiges Konzept ist. Und oft wohl auch nur sagt "es geschieht, aber wir haben keine Ahnung warum." (genauso wie wenn dein Arzt "ideopathisch" sagt)

Und ein Wert ist der Ausdruck einer konstanten Vorliebe.
nicht unbedingt.

Ein Wert ist etwas, das man als grundlegend richtig erkennt oder annimmt. Eine Vorliebe... ist einfach eine persönliche Laune oder Eigenschaft.

Da sehe ich schon einen bedeutenden Unterschied in der Qualität. Werte sind über-persönlich, Vorlieben sind persönlich.


Wenn jemand z.B. "Gleichbehandlung aller Menschen" als Wert ansiehst, dann wird er Gleichbehandlung aller Menschen einer Diskriminierung vorziehen.
Sicher. So wie ein guter Chef mit mehreren Mitarbeitern sich oft dazu zwingt, persönliche Vorlieben oder auch Beziehungen wegzudenken. Es soll ja viele Chefs geben, die ihre eigenen Kinder eher strenger und konsequenter behandeln als andere, um bloss nicht in den Ruf zu kommen, persönliche Vorlieben über unpersönliche Grundsätze zu stellen.


Dabei definierst Du "Fühlen" als Informationsaufnahme durch die Sinne?
Mit welchen Sinnen nimmst denn da bei der Religionsausübung welche Informationen auf?
Es stellt sich ein Empfinden von Trost und innerer Ruhe ein. Funktioniert bei mir am ehesten über die Haptik, also das Berühren, von der Qualität her. Oder ich "höre" etwas mit den inneren Ohren Ist aber wohl unterschiedlich je nach Mensch.

Ich lasse auch die Möglichkeit offen, dass Menschen mehr und subtilere Dinge wahrnehmen können, als man wissenschaftlich bis heute beschrieben hat.



Du lässt Dir ja auch nicht von jedem Dahergelaufenen, nicht mal Jesus selbst, Vorschriften machen, die Dein Wohlgefühl beim Rauchen beeinträchtigen könnten.
Wenn der Dahergelaufene Dir dann allerdings eine geladene Waffe an den Kopf hält und glaubhaft vermittelt, die auch zu benutzen, dann wirst Du ihm eventuell Folge leisten und die Zigarette ausmachen.
Gewalt ist ein wirksames, aber kein gutes Argument.^^



Auch die Vorstellung des Erreichens des langfristigen Ziels kann mit positiven Emotionen besetzt sein, die stärker sind, als der kurzfristige Lustgewinn.
"nichts schmeckt so gut, wie es sich anfühlt, dünn zu sein"
Positive Emotionen können sicher helfen, wenn man ein Ziel erreichen will.

Sich an Werten zu orientieren, heisst aber trotzdem oft, dass man auf viele Annehmlichkeiten verzichtet, und Emotionalitäten relativ unwichtig sind.

Klar ist es toll, wenn man einen gut bezahlten Job hat, wenig arbeiten viel verdienen - aber was, wenn der Chef von einem verlangt, die Buchhaltung zu fälschen? - da wären die ganzen angenehmen Emotionen rund um tollen Lohn und tolle Arbeit genau gar nichts mehr wert, weil das geht einfach nicht!

In so einem Fall sind Werte wichtiger als Emotionen. Auch wenn man genau weiss, dass das Ärger mit sich bringt.

Kinder sollten einen solchen Unterricht kriegen, wo sie das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden lernen. Eigenständig, kritisch, ehrlich. Heute kriegen sie leider meist eher Unterricht, wo sie lernen, angepasst und brav zu sein. Das ärgert mich und belastet mich.