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ich bin ja eifrig dabei, es zu studieren
.

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genau das meinte ich; ich hatte ja noch nie einen VK-Wettkampf irgend einer Art, aber ich fand das Warten bei politischen Versammlungen, bis ich meine Sache der Versammlung vorstellen und zur Abstimmung bringen konnte, schon aufreibend genug, und wenn ich mir das alles noch mal zehn vorstelle, wird's eigentlich nicht besser sondern nur noch übler.
Es ist eine ganz andere Situation und die Situation selbst ist auf einem ganz anderen, noch viel unkontrollierbareren, unvorhersehbaren und insbesondere nie gleichberechtigten Level. Genauso wird man bis zu einer Überraschungsklausur auch entspannt sein, jedoch vermutlich in der Klausur ganz anders zurechtkommen, von ihr viel eher überfordert oder unerwartet hart getroffen (bzw. verfällt in Muster der Überforderung mit der spontanen Situation), als in einer lang angekündigten, bei der der Stoff bekannt ist.

Gleichzeitig startet man in der SV in Situationen, in die man sich (überspitzt formuliert) im Kampf erst einmal hineinzwängen lassen muss...

(Wie gesagt, die Form der Nervosität usw. ist nicht zu vergleichen und wer es nicht erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. Eine ähnliche Form habe ich bis jetzt nur von Menschen in anderen (mit Gewalt zu tun habenden) Situationen und dem Warten darauf kennengelernt.)

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genau drum sind SV-Situationen leichter - die Angst kommt, wenn überhaupt, erst, wenn alles schon vorbei ist.
Immer noch nein. Zwei völlig unterschiedliche Situationen und mit einer sich aufbauenden Angst und insbesondere dem Kennen des Grundes und einer Situation - egal wie beängstigend sie auch sein mag -, in der man grob weiß, was einen erwarten wird und für die man sich lange und intensiv gezielt vorbereitet hat, ist etwas ganz anderes. Im Ring handlungsfähig zu bleiben ist viel einfacher - was nicht heißt, dass es einfach ist! - als in einer schockierenden, überraschenden und unvorhersehbaren SV-Situation. Auch die Art des Kämpfens ist (für mich/bei mir) eine andere.

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nun es IST eben eine mögliche Vorstufe für VK, und es gibt Leute bei uns, die das machen wollen. Kann ich auch nichts dafür. Ist so.
Der erste Teil hat nichts mit dem zweiten zu tun. Der erste bleibt mMn Blödsinn, der zweite kann gerne stimmen. Es gibt auch Leute, die sich mit 3 Jahren Fitnessstudio oder Joggen auf den Kampfsport vorbereiten - und die haben wenigstens einen Übertrag und müssen sich nicht noch Fehler abgewöhnen. Die Vorstufe zum VK ist das entsprechende Training.

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kein LC-Turnier bereitet einen auf alle Fälle auch nicht darauf vor.
Ja, wenn ich wählen kann, nichts zu machen oder ein LC-Turnier, ist alles besser als nichts - auch eine Fahrprüfung, ein VHS-Kurs oder eine Runde Joggen. Es hat nur beinahe keinen Übertrag - und ich habe weit „Beängstigenderes“ oder „Wichtigeres“ erlebt, bevor ich dann in den Ring gestiegen bin. War (für mich) alles nicht miteinander zu vergleichen. Genauso wie eine Niederlage im Hockey zwar frustrierend und nervig sein kann, jedoch in keinster Weise mit einer Niederlage (oder auch einem Sieg) im MT zu vergleichen ist.

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Wir machen alle im Moment noch LC, also ist die Devise "leicht und locker" und nicht "hart"
Das widerspricht dann Deinen Ausführungen zum Testen der Deckung (usw.) sehr. Man hat nie versucht, hart und mit Kraft durch Deine Deckung zu brechen oder sie (richtig) getestet, wenn man nur „leicht und locker“ macht. Dasselbe mit dem Gegendruck oder dass man sich mal die eigenen Handschuhe ins Gesicht haut. Das passiert vielen Anfängern auch bei ganz lockeren Aktionen, darum ging es jedoch nie.

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Danke für die Antwort, aber ich bleib, glaub ich, erst mal bei der weiter oben erwähnten "grenzenlosen Freude". Das ist etwas, das ich verstehen kann.
Dein gutes Recht . Gehört viel mehr dazu und man muss auch charakterlich der Typ sein. Die Freude alleine war für mich nicht ausschlaggebend und dafür steckt man zu viel ein, verliert auch zu oft und bereitet sich zu lange vor.

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LC-Taktik beruht auf "Punkte machen" und nicht "KO schlagen" Was im LC die langen Schläge attraktiver macht, weil man keine Gründe hat, nah hinzugehen und Kraft zu entwickeln.
(Eigentlich ging es mir mehr um die Technik und andere Taktiken.)
Auch im (echten) LK ist das das Ziel. Trotzdem ist LK etwas anderes und da bekommt man auch den einen oder anderen Wirkungstreffer ab, es wird nur nicht nachgesetzt und so ziemlich jeder reguläre Treffer ist härter als bei euch, da wird auch technisch sauber geschlagen . Auch im VK ist das Ziel, den Kampf durch Punkte zu gewinnen, nur dass man sich die Option eines KOs immer offen hält, natürlich auch gezielt anstrebt und angreift, wenn man die Chance dazu hat und mehr mit wirklich harten Akzenten arbeitet, mehr die Wirkungstreffer sucht und sich aufbaut. Die Basis bleibt trotzdem ein möglicher Sieg nach Punkten. Es gibt auch im VK genug Kämpfer, die den Gegner bewusst auf Distanz halten und bevorzugt mit langen Schlägen arbeiten. Im Boxen sogar nicht einmal selten...

Ach und „lange Schläge“ können mit so verdammt viel Kraft geschlagen werden ... Ich kenne genug Personen, die eine weit härtere rechte (Schlaghand) Gerade als einen linken Haken haben .

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Training für VK sei "mindestens drei Mal anstrengender als für LC" hiess es.
Komische Aussage, aber dass es anstrengender ist, ist wohl unzweifelhaft. Wie in jedem anderen Bereich auch.

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Abgesehen von der Schlagstärke sollte die Schlagtechnik allerdings nicht anders sein.
Ich warte immer noch auf die Beantwortung der Fragen, insbesondere nach dem „Jab“, den Haken und einer Geraden mit der Schlaghand. (Das würde Dir evtl. auch ermöglichen, zu verstehen, wo und wieso es da so große Unterschiede gibt.) Wie soll die Technik der Schlaghand-Geraden dieselbe sein, wenn ihr nicht aus der Schulter schlagen dürft, für das Eindrehen der Hüfte (aufgrund der generierten Härte) verwarnt werdet usw. Wie soll ein Haken technisch identisch sein, wenn ein guter Haken nie alleine aus dem Arm geschlagen wird, ihr jedoch den Körper nicht einmal einbringen oder auch nur eindrehen dürft, da das Kraft generiert...

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Die Bewegung ist in der Tat etwas eigen, wenn man sie vorher nie durchführte, aber das "Abstoppen und zurückziehen" wäre dann ja wieder: Stoppen üben - und nicht - Schlagen üben. Also die Kontrolle haben, nicht einfach unreflektiert Gas geben, egal wie.
Ja, auch das „Stoppen üben“ muss man. Davor muss die Person allerdings - mit ganz vielen Bildern und Hilfsmitteln, wie dass sie durch den Sandsack/Partner durchschlagen soll, ein Ziel hinter ihm anvisieren usw. - erst einmal lernen, nicht abzustoppen oder langsamer zu werden, bevor sie getroffen hat... Wenn ich ihr sage, dass sie auf eine Mauer zufahren und direkt hinter ihr stehenbleiben soll, wird sie vorher langsamer oder abbremsen. Jetzt muss ich ihr erst einmal (lange) erklären, dass sie ohne zu bremsen durch die Mauer fahren soll und dann auch noch beibringen, dass sie trotzdem direkt nach dem Aufprall anhalten und rückwärtsfahren soll...

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Auch wenn ich wohl nie zu denen gehöre, die von Natur aus kräftige Arme haben und wohl mit präziser Technik, Tempo, Aggressivität, Ausdauer, taktischer Intelligenz etc kompensieren muss.
Für Tempo und Ausdauer brauchst Du Kraft. Aggressivität und Intelligenz interessieren ebenfalls nicht oder werden nicht für voll genommen, wenn die Kraft hinter den Aktionen fehlt. Um taktische Intelligenz praktisch anwenden zu können, braucht man ebenfalls Kraft. (Wieso solltest Du bspw. jemanden stellen oder im Ring führen können, wenn er keinen Grund hat, vor/unter Deinen Schlägen zurückzuweichen? Wieso sollte man einen Konterboxer für voll nehmen, der zwar aus dem Rückwärtsgang mal trifft, aber damit keine Wirkung erzielt?)

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Das WT-Prinzip "ist der Weg frei, stoss vor" scheint mir auch im Boxen nicht fehl am Platz zu sein, zum Beispiel.
... oder wie manch Zuschauer auf Veranstaltungen schon gebrüllt hat: „Hau ihm einfach auf die ... .“ ...

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ist ein bisschen früh, um nervös zu sein, nicht? das dauert noch ein halbes Jahr bis November...
... und wenn es so wäre, ändert das nichts an den Empfindungen. Ein guter Freund von mir hat vor Kämpfen noch einmal seelenruhig geschlafen, regelmäßig Witze darüber gemacht, dass ich die Dunkelheit gesucht habe usw. Ich wäre ja auch froh gewesen, wenn’s mich überhaupt nicht interessiert hätte .

Wenn ich Dir sage, dass es kein Grund ist, unter den Schmerzen einer gebrochenen Rippe, der Kurzatmigkeit (usw.) aufzugeben, ändert das auch nichts daran, dass Du es so empfindest und es für Dich nichts daran ändert, was andere darüber denken oder wie sie es sehen. Ändert sich auch nichts daran, nur weil ich sage, dass das kein Grund ist.

Zitat Zitat von Keva Beitrag anzeigen
Nein, nein, dieser Sandsack bleibt. Er hat absolut sentimentalen Wert, ist etwas besonderes und ein cooler Trainingspartner mit seinen 1,80 m. Hat sich auch noch hervorragend passiv gegen mich gewehrt, aber ich kriege dich schon noch, mein Freund ...
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Jetzt wo Du’s sagst, ist eines der größten Erfolgserlebnisse (zumindest wenn es nach meinem damaligen Trainer geht ), dass ich einmal geschafft habe, einen Sandsack in die Knie zu zwingen und die Verankerung aus der Wand gekommen ist - zufälligerweise noch, als er stinksauer meinte, dass ich erst gehen dürfe, wenn der Sandsack oder ich aufgegeben hätten. Das Gesicht war unbezahlbar, als ich 20min später, relativ frisch und fit auf dem Weg zur Dusche war und nur meinte, der Sandsack hat genug, ich helf dir nachher den Dreck wegzuräumen .

Zitat Zitat von Keva Beitrag anzeigen
Ehrliches Danke. Ich lese sehr gerne deine Posts und auch die von einigen anderen hier im Thread. Sie stoßen oft genug interessante Gedankengänge an und ich habe einiges für mein eigenes Training schon mitgenommen. Aber Syron, Schnüffler und Narexis - die Nacht ist zum Schlafen und Erholen da - ich sage nur Regeneration, Reparaturvorgängen, usw. .
Freut mich, dass es doch noch jemandem geholfen hat oder zumindest keine komplette Zeitverschwendung war und ja, Schlaf wäre jetzt toll... (Andererseits liebe ich die Nacht und hab dann die Ausrede "nach müde kommt doof" .

LG

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