Wenn man von einer asymmetrischen Situation bezüglich der Fähigkeit, die zugrundeliegende Frage entscheiden zu können, ausgeht, ergibt das Sinn.
Wenn z.B. jemand zum einem anderen metaphorisch sagte: "'Was kümmert es die Eiche, wenn sich ein Borstenvieh dran wetzt?" und der Angesprochene entgegnete: "Was kümmert es ein Borstenvieh, wenn sich die Eiche nicht drum kümmert, wenn es sich an ihr wetzt?"
Dann hat das IMO nicht die gleiche Qualität. (Also im übertragenen Sinn der Metapher, bevor jetzt einer mit realen Eichen und Borstenviechern argumentieren will..)
Tja, es geht aber genau um dieses Verfälschung.
Wenn es verschiedene Einflussfaktoren gibt, kontrolliere ich diese zunächst, um herauszufinden, welche wie viel Einfluss haben.
Im Falle des Armhebers sollte meine vorgeschlagene Vorgehensweise klären, ob ein Teil, oder eventuell der ganze Unterschied darauf beruhen, dass der Testende unterschiedliche Kräfte ausübt.
Das ist wie mit der Anekdote aus meiner Kindheit: Ich habe die Situation verfälscht in dem ich Plexiglas zwischen meine Atemöffnungen und das Papierblättchen gebracht habe.
Und siehe da: Es geht nicht mehr.
Dann war der wesentliche Wirkfaktor mein Atem und nicht meine Geisteskräfte.
Darum kann ich das ja dennoch weiterhin, in dem ich den - nun erkannten - Wirkfaktor nicht ausklammere.
Und ich muss mich nicht mit dem Üben von Irrwegen beschäftigen, die andere vermeintliche Wirkfaktoren trainieren sollen.
Genauso wäre es ein wissenschaftlicherer Ansatz, sich der Erklärung der hier besprochenen Ueshiba-Stock-Vorführung anzunähern, in dem man die Situation verfälscht und die Schiebenden austauscht, etc. um herauszufinden, welche Umstände der komplexen Situation notwendig sind, damit das funktioniert und welche nicht.
Kloeffler hat von der Beobachtung berichtet, dass der Tester, bei Versuchen, in denen er den Arm leicht runter drücken konnte mit guter Struktur drückte, während er bei den Versuchen, wo der andere "stark" war, eben mit schlechter Struktur arbeitete.
Andere User haben ähnliche Beobachtungen gemacht, mit dem Konsens, dass der Tester, wenn er die Stärke des Arms wollte, weniger effektiv drückte.
Also beobachtete Korrelationen:
Arm leicht bewegbar: Tester drückt effektiv
Arm schwer bewegbar : Tester drückt weniger effektiv / ineffektiv
Die Interpretation der meisten ist dann: "Wenn man weniger effektiv drückt, kann man freilich leichter gegen halten"
Deine Interpretation hier ist nun also, dass der "starke Arm", dazu führte, dass der Tester weniger effektiv drückte, was dadurch bewirkt wurde, dass durch den "starken Arm" beim Tester eine (natürlich vorher durch Üben erworbene) entsprechende Struktur aufrief?
D.h. das Üben bewirkt, dass man bei einem Menschen, der eben seine Arme in der Art und Weise hebt, dass die "stark" werden, weniger effektiv reagiert?
Warum sollte man so etwas üben?
Damit in der eigenen Blase solche Tests erfolgreich sind?
Ja, das ergibt Sinn.
Es gibt ja in der Szene solche Künste, bei denen die Schüler erst mal richtig konditioniert werden müssen, damit die Demonstrationen schön klappen.
Aikido ist da ja -zumindest in Teilbereichen - nicht ganz unverdächtig.
Ich kann mich an einen Anfängerkurs erinnern, an dem in der Mehrheit erfahrene Kampfsportler teilnahmen und auch ein Ungelenker mit wenig Vorerfahrungen.
Na, mit wem waren wohl die Techniken am schwierigsten zu üben?
Naja, ich ziehe Systeme vor, bei denen es mit dem Fortschritt des Schülers schwieriger wird, den zu bewegen und nicht leichter, weil er durch sein Üben einen Struktur installiert hat, die der Lehrer dann durch entsprechendes Verhalten abrufen kann.
Na z.B. die Wirklichkeit meiner Beiträge, bezüglich derer Du Behauptungen aufstellst, deren Überprüfung Du Dich verweigerst, und lieber "ich sammle Deine Mimimi" oder ähnliches Zeug postest.
Das erinnert mich an die Kirchenvertreter, die sich weigerten, durch Galileis Fernrohr zu schauen.





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